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Am 5.
Mai 2001 haben wir ein Set 'Logitech Cordless Desktop'
installiert. Dieses Set diente und dient als Bedienkonsole
für einen MP3-Player.
Die Art
der Datenübertragung weckte unser Interesse, insbesondere
da wir noch eine weitere schnurlose Maus von Logitech im Einsatz
hatten. Es wurde beschlossen, dieses Set einem Security-Audit
zu unterziehen.
Das Security-Audit
ergab, das diese Devices untereinender und die Empfänger
untereinander austauschbar waren. Die Schaltungsanalyse ergab,
daß der Empfangsbereich durch eine Antenne
deutlich erweitert werden kann. Der Frequenzbereich ergab,
daß ein Brute-Force-DoS einfach möglich ist. Wir
posteten am 15. Mai 2001 eine Warnung
in der Bugtraq-Mailingliste von Securityfocus.com, die am
16. Mai 2001 veröffentlicht wurde.
Am selben Tag entdeckte Herr Hammer in einem Finanzinstitut
die breite Verwendung solcher Tastaturen. Es wurde umgehend
der Verantwortliche informiert und über das Gefahrenpotential
aufgeklärt
Die Firma Daten-Treuhand.de entschloß, alle Finanzinstitute
über die Gefahrenquelle direkt zu informieren, bevor
Details an die Öffentlichkeit gegeben werden.
Unser Verdacht der Abhörbarkeit wurde am 18. Mai
2001 dreifach gegengeprüft. Hierzu wurden weitere
'cordless Desktops' beschafft. Im betroffenen Bankhaus und
dessen Filialen wurden unterdessen alle betroffenen Tastaturen
ausgetauscht.
Am 21. Mai 2001 (Montag) Morgens entdeckten wir den
Artikel der neuen c't
im Internet, in dem im letzten Absatz (nach den Quellenangaben)
auf die Abhörbarkeit solcher Tastaturen hingewiesen wurde.
Vermutlich wurde unser Ursprungsposting vom 15. Mai 2001 aufgegriffen,
jedoch waren noch keine technischen Details zugänglich.
In einer einberufenen Dringlichkeitskonferenz entschlossen
wir uns, die ursprünglich für den 25. Mai 2001
geplante Veröffentlichung der
Verletzbarkeit solcher Systeme vorzuziehen. Die Begründung
war, daß nur durch eine umfassende Information Aller
dieses Sicherheitsloch bekannt würde und dadurch beseitigt
würde.
Es war uns durch den c't-Artikel entgegen unserer Firmenpolitik
leider nicht möglich, direkt mögliche weitere Betroffene
vorab zu warnen, obwohl dies wünschenswert und auch beabsichtigt
war.
Dennoch konnten wir in weiten Bereichen sicherstellen, daß
vor dem öffentlichen Bekanntwerden einer Möglichkeit
des Abhörens sicherheitskritische Bereiche in Banken
bereinigt wurden. Es war somit sichergestellt, daß den
Banken kein Imageverlust oder monetärer Schaden entsteht.
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